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Der „Blubb“ – ein Modellfall für tiefenpsychologische Emotionsforschung?  

12. Juli 2021/in Brand-Blog

Ich bin heute ein glühender Verfechter der tiefenpsychologischen Emotionsforschung als Grundlage der Marken-Positionierung (meine Lese-Empfehlung dazu: How To Kill Your Brand: Das innere Kind als Erfolgsgrundlage für emotionale Marken und Kommunikation).

Auch ohne entsprechende Forschung, aber mit viel Zuhören, sind wir damals, Ende der 70er Jahre, bei meiner ersten Marketingstation bei Unilever – vielleicht durch Zufall – auf einen „Insight“ bei Müttern gestoßen, der zu einem geradezu furiosen Aufstieg der mir anvertrauten Marke „IGLO Rahmspinat“ führte. 

Wir wussten, dass Spinat bei jungen Müttern wegen seines vermeintlichen Gesundheitsnutzens (sprich stärkendem Eisengehalt) beliebt war. 

Das mit der großen Eisenhaltigkeit war eine weltweit verbreitete Sage (siehe Popeye, der Seemann mit dem harten Schlag). In Wahrheit lag dem Glauben an die ungeheure Kraft-Wirkung von Spinat ein grober Komma-Messfehler der Forscher zugrunde. 

Kinder mochten Spinat eher nicht. Manche Mutter erlebte es hautnah, indem der Löffel Spinat unvermittelt wieder in ihrem Schoß landete.

Mit dem “Blubb” von Iglo Rahmspinat ergab sich der Schlüssel zum Erfolg. Der lautmalerische, lustige Begriff wurde zum Synonym für einen dicken Klecks leckeren Rahms. Und ein Synonym für milden Geschmack. So schmeckte es den Kindern und war dabei animierend. Mutter zufrieden. Kind glücklich!

Oder anders ausgedrückt: Das „ME“ (Emotion des Kindes) und das „I“ (rationale Kontrolle) gingen zusammen und trieben den Erfolg.

Das war wie gesagt 1978. Lange vor dem nervigen Wiederaufguss mit Verona Feldbusch im Jahr 1999. Eine Kampagne, die für mich keinen nachvollziehbaren Insight berührte. 

Ich habe von Anfang an gelernt, dass emotionale Motive mit Ratio verknüpft werden müssen, damit Marken sowohl Herz als auch den Verstand erreichen. DIE wichtigste Voraussetzung für nachhaltigen Marken-Erfolg.

Vielleicht habe ich deshalb so ein untrügliches Gefühl für starke oder schwache Markenbedeutungen und Markenbeziehungen entwickelt.

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