Der Markenworkshop – warum Günther Jauch der beste Moderator wäre

Die 7 Fehler, die zu Frust statt zur Lust auf Erneuerung führen.

Die Märkte ändern sich gravierend.

„Unsere Marke braucht neue Impulse. Die neue digitale Welt lässt uns alt aussehen.“

Quer denken! Raus aus dem bisherigen Denkschema! Am besten mit jungen frischen Ideen! Alles soll auf den Prüfstand! Alles ist erlaubt! Radikal ist das Motto!

Die Lösung: der Marken-Workshop. Marketing lädt ein.

Vertreter aus dem Vertrieb, der Produktentwicklung, der bestehenden Agentur (welcher? Der Klassischen? Der Online-Agentur? Der PR-Agentur? der Packungsdesign-Agentur?) Am besten mindestens je einen Vertreter von allen. Natürlich auch die Geschäftsleitung, damit auch „oben“ gesehen wird, dass man aktiv an der Zukunft arbeitet. Eine große Workshop-Runde.

Das kann ja nur gut werden!

Der erste Fehler:

Die Wahl der Location. Angedacht war ein Tagungshotel außerhalb in schöner Natur-Umgebung. Weg vom Arbeitsplatz – raus, um den Kopf für freie Gedanken zu öffnen. „Wir haben doch einen großen Konfi mit Equipment. Warum so viel Kosten produzieren?“

Der Killer-Effekt: Man kommt nicht aus seinem täglichen Job heraus, die Smartphones liegen auf dem Tisch und werden permanent gecheckt, der Geschäftsführer wird mehrmals herausgerufen, weil es Dringendes zu entscheiden gibt.

So können die Köpfe nicht frei werden für neue Gedanken!

Der zweite Fehler:

Marketing formuliert die Ziele für den Workshop und hält erst einmal eine substantielle PowerPoint-Präsentation mit vielen Zahlen, Daten und Fakten. „Um die Wirklichkeit abzubilden und um aufzuwärmen“.

Spürbar wird: Die „Schere im Kopf“ wird gleich am Anfang ausgelöst, Zahlen, Daten, Fakten, statt Beginn mit einer Atmosphäre der Lockerheit und Freiheit.

Wenn schon aufwärmen und sich inspirieren lassen, dann anhand von Beispielen neuer frischer Designideen, kreativen YouTube-Videos, überraschenden Event-Promotions oder herausragenden PR-Kampagnen. Das erzeugt Freiheit im Kopf statt Blockade.

Der dritte Fehler:

Der externe Workshop-Leiter. Es gibt hervorragende, aber auch schlechte Moderatoren. Reden wir über den zweiten Fall: Er hat ein Repertoire von eintrainierten Kreativtechniken parat, schafft es aber nicht, das Gremium so inspirierend anzusprechen und zu ermutigen, dass jeder sich traut, seine Gedanken ohne Ängste zu äußern. Trotz aller Ermahnungen an die dominanten Vertreter: „Alle Ideen sind erlaubt, Kritik gibt es nicht!“ Wenn der Coach nicht über eine souveräne Autorität verfügt, werden eher ruhige und bescheidene Mitglieder den Mund nicht aufmachen und die Dominanten werden den Workshop beherrschen. Integration geht anders. Frust ist vorprogrammiert.

Am besten wäre ein Moderator wie Günther Jauch: mit großer Lockerheit, aber auch großer Autorität, der eine Sprache wie Du und ich spricht, jeden ohne Respekt vor Hierarchien anspricht und hinzuzieht, Eitelkeiten Einzelner charmant abbügelt und alle zu ungewöhnlichen Gedankensprüngen animiert.

Der vierte Fehler:

Marken haben heute keine scharf abgegrenzten Zielgruppen mehr.

Marken spielen heute eine Rolle in bestimmten Situationen und befriedigen situative Bedürfnisse. Es geht also darum, sich mit seiner Phantasie in bestimmte Situationen hineinzubegeben.

Oft wird dabei eine alte, bewährte Übung vergessen: die W-Frage-Technik.

Man nähert sich dem Verständnis einer Situation, indem man einfache menschliche Fragen formuliert, die mit einem „W“ beginnen. Nach dem Motto der Sesamstraße:

Wer, wie, was,

wieso, weshalb, warum?

Wer nicht fragt bleibt dumm.

1000 tolle Sachen, die gibt es überall zu seh’n,

manchmal muss man fragen, um sie zu versteh‘n.

Wer verwendet unsere Marke? Wann am liebsten? Was ist mit den Wettbewerbern? Wann greift der Verbraucher eher zu denen? In welchen Situationen könnte unsere Marke noch eine Bedeutung bekommen? Was kaufen die Verbraucher stattdessen auch in der jeweiligen Situation? Wenn Verbraucher an unsere Marke denken, was fällt Ihnen spontan ein (Farben , Musik, Logo, Schlüsselbilder und -Situationen? Was ändert sich gerade im Umfeld unserer Verbraucher? Was verunsichert sie? In welchem Kontext des Lebens kann unsere Marke noch eine Rolle spielen, an die wir noch nie gedacht haben?

Der fünfte Fehler:

Denken Sie daran, dass sich manche im Gremium bedroht fühlen, wenn völlig neue Gedanken und Ideen ihre bisherige Arbeit in Frage stellen.

Man denke an die teilnehmenden Agenturen, die oft in diesem Workshop-Kontext anfangen. neue Ideen zu kritisieren oder sogar kaputt zu reden. Warum? Weil sie Angst haben, dass ihre bisherige Leistung in Frage gestellt werden könnte.

Angst um das Geschäft ist auch hier ist der größte Visions-Killer!

Der sechste Fehler:

Ideen müssen sich angstfrei entwickeln. Geht nicht, gibt’s erstmal nicht.

Manche Ideen und Gedanken kommen nur durch Techniken zustande, die non-verbal stimuliert werden und durch Gedankenketten entstehen. Der Moderator muss das mit großer Erfahrung und Autorität herauslocken.

Natürlich sind nicht alle Ideen realistisch umsetzbar. Aber wenn nur 10% der Ideen zu neuem Denken führen, ist das schon ein Riesenschritt nach vorne.

Manches muss wie ein guter Käse auch erst einmal reifen.

 

Der siebte Fehler:

Ein Workshop-Ergebnis-Protokoll, das als Word-Dokument an die Teilnehmer geschickt wird.

Wetten, dass das im Schreibtisch versackt und vieles an guten Ansätzen nicht weiterverfolgt wird?

Die Ergebnisse des Workshops sollten im Rahmen einer Nach-Präsentation (die kann dann im Konfi des Unternehmens stattfinden) vor allen Teilnehmer z.B. durch den Marketingleiter gezeigt werden.

Kein Ergebnis-Protokoll, sondern ein Ablauf-Protokoll. Mit Auswertungen und authentischen Abbildungen der Flipchart-Aufzeichnungen.

Der Effekt: Jeder findet sich mit seinen Workshop-Beiträgen wieder. Jeder fühlt sich ernst genommen und wichtig für die Verantwortung des Markenerfolges.

Fazit: 

Suchen Sie einen Günther Jauch als Moderator, bereiten Sie den Marken-Workshop sehr sorgfältig vor, investieren Sie in eine memorable Workshop-Location mit einzigartiger Atmosphäre, machen Sie den Tag zu einem Highlight, legen Sie Wert auf Beiträge von allen (auch von den ruhigen bescheidenen Vertretern) und zu guter Letzt: Unterdrücken Sie Eifersüchteleien und ängstliche Verteidigungshaltungen.

Dann kann etwas sehr Inspirierendes und Neues für Ihre Marke entstehen.

Übrigens. Wenn Sie Günter Jauch nicht bekommen sollten: 

Die Alternative finden Sie hier:
https://www.coenenpartner.de/brandselfpositioning/

2019-06-17T08:09:47+00:00 Juni, 2019|Blog|